Weinbauregionen Deutschlands

Die Weinbauregionen Deutschlands

Deutschland ist ein Weinland! In Deutschland werden ca. 9,5 Millionen Hektoliter Wein im Jahr auf einer Weinanbaufläche von ca. 102.340 Hektar (Stand 2008) erzeugt. Es gibt 13 Weinbaugebiete in Deutschland, von denen zwei Drittel auf der Fläche des Bundeslands Rheinland-Pfalz liegen. Das größte Weinanbaugebiet Deutschlands ist Rheinhessen gefolgt von der Pfalz.


>>Deutsche Weine beim Weinkontor Oltmanns

 

20 % des Deutschen Weines gehen in den Export. Wichtigste Handelspartner sind Großbritannien, die Niederlande und die USA. Weinbau in so nördlichen Regionen wie in Deutschland ist nur durch geschützte Lagen oft in Verbindung mit Flüssen und den steilen Flussufern möglich. Es werden vermehrt frühreife Trauben-/ Reb-Sorten kultiviert, da die klimatischen Voraussetzungen dieses erfordern.
 

In den Weinbauregionen Deutschlands wird in Tafelwein, Landwein und Qualitätswein unterschieden. Beim Qualitätswein gibt es die Qualitäten QbA, Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese und zusätzlich den Eiswein. Der Eiswein stellt eine Besonderheit dar: In den Jahren, in denen das Wetter es zulässt, werden die letzten noch hängenden, gefrorenen Trauben von den Reben geerntet und noch im gefrorenen Zustand gepresst.

Die Weinregion Ahr

 

Das Weinbaugebiet, das nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist, hat eine Anbaufläche von ca. 558 Hektar (Stand 2008) und ist Deutschlands größtes zusammenhängendes  Anbaugebiet für Rotwein. Es liegt im Norden des Bundesland Rheinland-Pfalz entlang der Ahr. Hier wird schon seit dem 8 Jahrhundert Wein angebaut. Heute werden ca. 43.038 Hektoliter (Stand 2008) Wein im Jahr erzeugt. Der Rotwein Anteil liegt bei über 80 Prozent.


Wichtigste Rebsorte des Weinanbaugebiets Ahr: Spätburgunder (Pino Noir)


Die Weinregion Baden

 

In Baden werden auf 15906 Hektar (Stand 2008) ca. 1,1 Mio. Hektoliter (Stand 2008) Wein produziert und es ist somit das drittgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Es liegt in Baden-Württemberg zwischen dem Fluss Neckar im Norden und der Grenze zur Schweiz im Süden. Große Teile des Anbaugebietes liegen in einer der wärmsten Regionen Deutschlands, dem Rheingraben. Baden gehört als einzige Anbauregion Deutschlands in die Weinbauzone „B“ der Europäischen Union wie das Loire-Tal, das Elsass und die Champagne. Daher gelten für Baden andere Regeln als für alle anderen Weinbauregionen Deutschlands in Bezug auf Säure, Säureregulierung, Mostgewicht und Anreicherung.


Die Weinregion Franken

Franken ist bekannt dafür, Wein in Bocksbeutel - einer speziellen Flaschenform - abzufüllen. Die Tradition der Weinbauregion Franken geht bis ins 8 Jahrhundert  zurück und im Mittelalter war Franken die größte Weinbauregion des Heiligen Römischen Reiches nördlich der Alpen. Heute erstreckt sich die Region zwischen Bamberg und Aschaffenburg auf ca. 6063 Hektar (Stand 2008) und es werden ca. 500000 Hektoliter Wein produziert. Der Weißweinanteil liegt bei ca. 80%.
Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Franken: Müller-Thurgau (Rivaner), Silvaner und Bacchus
Die Weinregion Hessische Bergstraße

Das Anbaugebiet entstand erst 1971 durch die Abtrennung von der Badischen Bergstraße und ist das kleinste Anbaugebiet Deutschlands mit 440 Hektar Anbaufläche. Die Flächen liegen im Bundesland Hessen zwischen dem Odenwald und der Oberrheinischen Tiefebene. Es werden überwiegend Weißweinrebsorten angebaut.
Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Hessische Bergstraße: Riesling, Müller-Thurgau (Rivaner) und Grauburgunder (Pinot Grigio)
Die Weinregion Mittelrhein

Von der Nahe bei Bingen bis zum Siebengebirge bei Bonn reichen die Weinberge des Anbaugebietes Mittelrhein. Die Weinbauregion Mittelrhein liegt somit zum größten Teil im Bundesland Rheinland-Pfalz, die restlichen Flächen gehören zum Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Anbauflache beträgt ca. 461 Hektar (Stand 2008).


Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Mittelrhein: Riesling und Spätburgunder (Pinot Noir)


Die Weinregion Mosel

Bis 2006 hieß das Anbaugebiet noch Mosel-Saar-Ruwer. Die Weinregion erstreckt sich auf ca. 9034 Hektar (Stand 2008) und hat mit ca. 5300 Hektar (Stand 2008) die größte Riesling-Trauben/Reben Anbauflache der Welt. Berühmt ist das Gebiet auch für seine Steillagen, die bis zu einer Hangneigung von ca. 65 ° gehen. Die berühmteste Steillage ist der „Bremmer Calmont“, der steilste Weinberg der Welt. Die Mosel gilt als bekanntestes und ältestes Weinbaugebiet Deutschlands und hat mit der Einzellage „Bernkasteler Doctor“ eine der wohl berühmtesten und einst teuersten Weinberglagen der Welt.


Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Mosel: Riesling, Müller-Thurgau (Rivaner) und Elbling


Die Weinregion Nahe

Das Anbaugebiet Nahe gilt erst seit 1971 als eigenstätige Weinregion und liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz entlang des gleichnamigen Flusses, der Nahe. Die Anbaufläche beträgt ca. 4155 Hektar (Stand 2008) und es werden zu 75% Weißweine und zu 25% Rotweine gekeltert. Das Anbaugebiet Nahe gilt, als die Weinbauregion mit den verschiedensten Bodenarten. Es werden über 180 verschiedene Bodenarten vermutet, welche zur Zeit (2011) untersucht werden.    

Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Nahe: Riesling, der Müller-Thurgau (Rivaner) und der Dornfelder


Die Weinregion Pfalz

Die Weinbauregion Pfalz ist mit ca. 23460 Hektar (Stand 2008) Anbaufläche und ca. 2,5 Mio. Hektolitern Wein Deutschlands zweitgrößtes und ertragreichstes  Anbaugebiet. Es liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz und die Aufteilung von Weißwein- und Rotweinreben/-trauben liegt bei 60:40, wobei der Anteil der Rotweinfläche nach stetigen Anstieg im letzten Jahrzehnt wieder leicht rückläufig ist.


Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Pfalz: Riesling, Müller-Thurgau (Rivaner), Silvaner, Kerner, Weißburgunder (Pinot Blanc), Grauburgunder (Pinot Grigio), Gewürztraminer (Roter Traminer), Morio-Muskat, Scheurebe. Für den Federweißen, der in der Pfalz „Najer Woi“ genannt wird, werden gern die Sorten Bacchus (Frühe Scheurebe), Siegerrebe und Ortega angebaut.


Die Weinregion Rheingau

Das Anbaugebiet Rheingau, im sogenannten Rheinknie bei Wiesbaden gelegen, erstreckt sich an den Ufern von Teilen des Rheins und der Mosel. Es hat eine Anbaufläche von ca. 3125 Hektar (Stand 2008) und eine Produktionsmenge von ca. 276294 Hektolitern (Stand 2008). Obwohl es zu ca. 70% mit Riesling-Trauben/-Reben bestockt ist, hat es die mit ca. 75 ha größte zusammenhängende Anbaufläche für Spätburgunder (Pinot Noir) Deutschlands. Der Rebsorte, die mit ca. 12% die zweit wichtigste im Rheingau ist. In Geisenheim, einem Ort im Rheingau, ist die Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau (1872 als königlich preußische Lehranstalt für Obst- und Weinbau gegründet), die in enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Wiesbaden, ein Weinbau- und Önologiestudium anbietet.

Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Rheingau: Riesling, Spätburgunder (Pinot Noir)


Die Weinregion Rheinhessen

Das im Bundesland Rheinland-Pfalz gelegene Weinanbaugebiet Rheinhessen ist mit ca. 26440 Hektar (Stand 2008) das größte und mit ca. 2865276 Hektoliter (Stand 2008) ertragreichste Weinanbaugebiet Deutschlands. Rheinhessen gilt als eines der traditionsreichsten Weinbaugebiete Deutschlands, in dem schon seit 20 v.Chr. Wein angebaut wird. Mit dem „Niersteiner Glöck“ in Nierstein hat es auch die älteste Weinlage Deutschlands. Die Weinregion Rheinhessen mit seiner „Weinhauptstadt Mainz“ ist seit 2008 Mitglied im „Weinnetzwerk Great Wine Capitals“. In diesem Netzwerk wird je eine typische Weinregion pro Land aufgenommen. Mitglieder sind unter anderen die Toskana mit Florenz, das Rioja mit Bilbao, Napa Vally mit San Francisco, das Bordeaux  mit der Stadt Bordeaux, Douro-Tal mit Porto und einige mehr.

Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Rheinhessen: Müller-Thurgau (Rivaner), Riesling und Dornfelder


Die Weinregion Saale-Unstrut

Die Weinbauregion Saale-Unstrut liegt in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen direkt an den Flüssen Saale und Unstrut und ist somit die nördlichste Weinbauregion Europas. Auf einer Fläche von ca. 640 Hektar (Stand 2008) werden ca. 54590 Hektoliter (Stand 2008) Wein hergestellt. Aufgrund seiner nördlichen Lage und der daherkommenden klimatischen Verhältnisse werden bevorzugt frühreife Sorten angebaut.

Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Saale-Unstrut: Müller-Thurgau (Rivaner), der Silvaner und der Weißburgunder (Pinot Blanc)


Die Weinregion Sachsen

Das Weinbaugebiet Sachsen liegt im Großraum Dresden an der Elbe. Es ist das östlichste Anbaugebiet Deutschlands und mit ca. 462 Hektar Größe (Stand 2008) auch eines der kleinsten Anbaugebiete. Auf dieser Rebfläche werden ca. 27430 Hektoliter Wein produziert. Der Goldriesling ist eine Spezialität der Region, da die Trauben/Reb-Sorte nur hier angebaut wird.

Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Sachsen: Goldriesling, Riesling, Müller-Thurgau (Rivaner), Weißburgunder (Pinot Blanc), Elbling, Bacchus, Gutedel, Solaris, Frühburgunder, Dunkelfelder und Blauer Portugieser

 

Die Weinregion Württemberg

Im Süden Deutschlands gelegen werden in der Weinbauregion Württemberg ca.1136368 Hektoliter (Stand 2008) Wein auf 11511 Hektar (Stand 2008) Anbaufläche produziert. Im Anbaugebiet Württemberg wird mehr Rotwein als Weißwein hergestellt - eine Besonderheit in Deutschland. Im Jahre 766 wurde der Weinbau in dieser Region erstmals urkundlich erwähnt. Es wird aber angenommen, das schon im 2 Jahrhundert nach Christus dort Wein angebaut wurde.
Wichtigste Rebsorten des Weinanbaugebiets Württemberg: Trollinger, Schwarzriesling, Lemberger (Blaufränkisch), Spätburgunder (Pinot Noir) und Samtrot eine "Mutation" des Schwarzriesing.

Außerhalb dieser Weinbauregionen gibt es noch etliche „exotische Weinberge/Lagen“ in Deutschland. Einige davon sind der Weinberg am Schloss Sanssouci, der „Stintfang“ bei den  St. Pauli-Landungsbrücken im Hamburg und ein Weinberg in Keitum auf Sylt.